Sam Taylor-Johnson, Steve Buscemi, 2004, Aus der Serie: Crying Men, 2002–2004, C-Print, 99,2 x 99,2 cm, gerahmt Courtesy White Cube

 - © Sam Taylor-Johnson
Sam Taylor-Johnson, Steve Buscemi, 2004, Aus der Serie: Crying Men, 2002–2004, C-Print, 99,2 x 99,2 cm, gerahmt Courtesy White Cube
© Sam Taylor-Johnson
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Ausstellungen 18.10.2013 – 09.02.2014 CHF 20.00 / red. CHF 16.00

Hinterfragte Männlichkeit

Das schwache Geschlecht – Neue Mannsbilder in der Kunst

Die thematische Gruppenausstellung versteht sich als Beitrag zur Diskussion um das heutige Selbstverständnis von Männern, welche schon länger sowohl im wissenschaftlichen als auch populärkulturellen Kontext schwelt. Anhand von Werken von rund vierzig Künstlern und Künstlerinnen wird untersucht, wie männliche Rollenbilder und Männlichkeit in der Gegenwartskunst inszeniert und kritisch hinterfragt werden.

Wer oder was ist überhaupt ein Mann? Wie definieren, reflektieren und repräsentieren sich Männer in der Kunst seit der Frauenbewegung? Während Künstlerinnen noch heute gerne unter der Kategorie „Geschlecht“ behandelt werden, ist dies für Künstler eine neue Situation und nachdem sich die feministische Kunst auch in den grossen Institutionen langsam etabliert hat, ist es an der Zeit, auf die Kunst von Männern und über Männer einen genauen Blick zu werfen. Denn die Sexuelle Revolution sowie die Frauen- und Schwulenbewegung gingen nicht einseitig vonstatten. Sie brachten auch eine Veränderung des männlichen Rollenbildes und der Darstellung von Männlichkeit mit sich. Die Ausstellung verfolgt deshalb anhand von rund 45 zum Teil grossteiligen Installationen und Werkgruppen, wie westliche Gegenwartskünstlerinnen und Gegenwartskünstler seit den Sechziger Jahren neue Auffassungen von Männlichkeit entwerfen oder bestehende Rollenbilder torpedieren.

Mit dieser Ausstellung sowie einem reich bebilderten Taschenbuch mit kunsthistorischen sowie soziologischen Beiträgen greift das Kunstmuseum Bern ein Thema auf, das bisher noch fast nie im Museumskontext behandelt wurde: den ganz „normalen“, weissen, heterosexuellen Mann, der bisher als Richtmass für das Menschliche schlechthin galt und erst neuerdings in die Krise geraten ist. Unter Einbezug von Erkenntnissen aus den Masculinities Studies werden die Auswirkungen seines Krisenzustandes, wie sie die Kunst reflektiert, beleuchtet und das Ausmass dieser Krise sichtbar gemacht.

Die ausgewählten Werke versuchen, in sechs Kapiteln zu eruieren, was heute die „Norm“ sein könnte und was die neuen Nuancen des „Mannseins“ beinhaltet. Der Rundgang ist thematisch in die Kapitel „Starke Schwächen“, „Experimente“, „Emotionen“, „Erotik“, „Kritik und Krise“, „Männlichkeit als Maskerade“ aufgeteilt und folgt gleichzeitig einem losen chronologischen Faden.

Begleitet wird die Ausstellung von einem reichhaltigen Vermittlungsprogramm mit Ausstellungsrundgängen, Werkgesprächen mit geladenen Gästen, einem Kinoprogramm in Zusammenarbeit mit dem Kino Kunstmuseum sowie Workshops für Schulen.

Teilnehmende Künstler/innen: Vito Acconci / Bas Jan Ader / Luc Andrié / Lynda Benglis / Luciano Castelli / Martin Disler / VALIE EXPORT und Peter Weibel / Gelitin / Pascal Häusermann / Alexis Hunter / Cathy Joritz / Jesper Just / Jürgen Klauke / Frantiček Klossner / Elke Silvia Krystufek / Marie-Jo Lafontaine / Peter Land / Littlewhitehead / Sarah Lucas / Urs Lüthi / Manon / Paul McCarthy / Tracey Moffatt / Josef Felix Müller / Ursula Palla / Adrian Piper / Anne-Julie Raccoursier / Ugo Rondinone / Carole Roussopoulos / Rico Scagliola und Michael Meier / Sylvia Sleigh / Nedko Solakov / Megan Francis Sullivan / Sam Taylor-Johnson / Costa Vece / William Wegman / Silvie Zürcher.

Der Ausstellungskatalog ist im Eintrittspreis inbegriffen. Personen mit Gratiseintritt erhalten den Katalog für CHF 5.00.

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