Albert Anker, Schulmädchen mit Schiefertafel und Nähkörbchen, 1878. Öl auf Leinwand, 60 x 47,5 cm (Ausschnitt). Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur -
Albert Anker, Schulmädchen mit Schiefertafel und Nähkörbchen, 1878. Öl auf Leinwand, 60 x 47,5 cm (Ausschnitt). Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur
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Ausstellungen 07.03.2014 – 24.08.2014 CHF 18.00 / red. CHF 14.00

Einblick in eine immense Schatzkammer

Sesam, öffne Dich! Anker, Hodler, Segantini... Meisterwerke aus der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) wurde 1980 vom Winterthurer Mäzen Bruno Stefanini (*1924) gegründet. In den 1950er Jahren hatte der Sammler und Stifter mit dem Erwerb kleinformatiger Bilder von Robert Zünd begonnen. Über die Jahrzehnte hinweg wuchs der Bestand zu einer imposanten Sammlung von gegen 8000 Kunstwerken an, die eine enzyklopädische Übersicht über die ganze Breite des künstlerischen Schaffens in der Schweiz vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert gewähren.

Daraus werden nun weitgehend zum ersten Mal über 140 Werke von Schweizer Künstlern präsentiert: Gemälde von Johann Heinrich Füssli und Arnold Böcklin, von Angelika Kauffmann, Alexandre Calame und Rudolf Koller, Giovanni und Augusto Giacometti, aber auch von Giovanni Segantini, Cuno Amiet und Félix Vallotton. Weiter werden Höhepunkte von Albert Anker wie etwa dessen bezauberndes Mädchen, die Haare flechtend und Ferdinand Hodlers vielschichtige Heilige Stunde, mehrere Arbeiten des Weltenbummlers Frank Buchser wie dessen General Sherman’s Party, bis hin zu Werken der Neuen Sachlichkeit von Adolf Dietrich und Niklaus Stoecklin gezeigt. 

Ausstellung und Katalog sind thematisch gegliedert, so dass, unter anderem, Landschaften, Kinderdarstellungen, Historien, Bildnisse und Stillleben je getrennt gezeigt werden. Bekanntes und Unbekanntes gewährt einen ebenso spannenden wie überraschungsreichen Parcours durch die Schweizer Kunstgeschichte. Als Repräsentanten der anderen Sammlungsgebiete sind 8 einzigartige Objekte in die Schau integriert wie die grösste je in den Alpen gefundene Bergkristallgruppe oder das Reiterkostüm der Kaiserin Sisi.

Die grosse Schweizer Kunstsammlung, welche bis heute unter dem Namen Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte vereinzelt Leihgaben für Ausstellungen zur Verfügung stellte, gewährt mit dieser Ausstellung erstmals einen Einblick in ihre immense Schatzkammer. Zur Ausstellung, die anschliessend auch in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny gezeigt wird, erscheint ein reich illustrierter, thematisch gegliederter Katalog (Deutsch und Französisch) mit Texten von Therese Bhattacharya-Stettler, Gian Casper Bott, Matthias Frehner, Yvonne Fritz, Caroline Kesser, Valentina Locatelli, Isabelle Messerli, Daniel Spanke, und Peter Wegmann (312 Seiten, 183 Abbildungen, CHF 49.00).