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| GegenwART |
Die Stiftung GegenwART |
Geldgeber: Dr. Hansjörg Wyss
Sitz: in Bern, Handelsregistereintrag vom 19. Juli 2005
Dauer: unbeschränkt
Stiftungsrat: Daniel Eicher (Präsident) und 6 weitere Mitglieder
Gründung und Zweck der Stiftung
Die Gründung der Stiftung GegenwART wurde Mitte 2005 durch den Berner Kunstmäzen Hansjörg Wyss, whft. in den USA, veranlasst. Ihr stehen CHF 20 Mio. zur Verfügung.
Die Stiftung bezweckt u.a. die Förderung der zeitgenössischen Kunst im Rahmen von themenorientierten Wechselausstellungen, Sammlungspräsentationen, Publikationen, Artists in Residence-Projekten, Vorträgen, Symposien und Werkankäufen; die Aktivitäten sollen schwergewichtig zu Gunsten des Kunstmuseums Bern stattfinden. Angekaufte Werke sollen in die Sammlung des Kunstmuseums Bern übergehen.
Weiter fördert die Stiftung GegenwART Künstlerinnen und Künstler mit einem periodisch auszusetzenden Kunstpreis in der Form einer Einzelausstellung mit Katalog.
Die Stiftung hat gemeinnützigen Charakter und verfolgt keinerlei Erwerbszweck
Konkrete Projekte der Stiftung
- Finanzielle Unterstützung von Ausstellungen mit Gegenwartskunst
- Artists-in-Residence-Projekte
- Werkankäufe
Finanzielle Unterstützung von Ausstellungen mit Gegenwartskunst
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Die Stiftung GegenwART unterstützte finanziell die Ausstellung > "Six Feet Under. Autopsie unseres Umgangs mit Toten" (2.11.06 - 21.01.2007), für die sich wegen ihres heiklen Inhalts nur schwerlich ein Sponsor finden liess. Die transhistorische Ausstellung zeigte Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums Bern, Leihgaben sowie speziell für die Ausstellung geschaffene Arbeiten, vom 19. Jahrhundert bis heute, aus verschiedenen Kontinenten und Zivilisationen. Zur Ausstellung erschien ein Katalog in Deutsch und Englisch. Das Rahmenprogramm bot zwei Podiums-gespräche, literarische Führungen und Filme zum Thema im Kino Kunstmuseum. Die Stiftung GegenwART ermöglichte u.a. den Artists-in-Residence Aufenthalt der folgenden an der Ausstellung beteiligten Künstler: Theresa Margolles, Srinivasa Prasad und Araya Rasdiarmrearnsook.
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Die Ausstellung > "Horn Please. Erzählen in der zeitgenössichen indischen Kunst " (21.9.2007 - 21.01.2008) vereinte Werke von über 30 indischen Künstlerinnen und Künstler, die eines gemeinsam hatten: Sie erzählten Geschichten, die lustvoll unterhielten, kritische gesellschaftliche Fragen aufwarfen und sehr direkt berührten. Indien wurde dabei in seiner ganzen Vielseitigkeit reflektiert. Im Rahmen der Ausstellung unterstützte die Stiftung GegenwART nebst einem namhaften à fond perdu-Beitrag die installativen Arbeiten der folgenden indischen Künstlerinnen und Künstler: Ravi Agarwal, Mithu Sen, N.S. Harsha und Sonia Kurana. Zudem wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Konzerten und Podiumsgesprächen u.a. dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung GegenwART möglich.
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Vom 11.6 bis 28.9.08 waren Gemälde und Aquarelle der amerikanischen Künstlerin Suzan Frecon in der Ausstellung > "form, color, illumination - Suzan Frecon Malerei" im Kunstmuseum Bern zu sehen. Die Stiftung GegenwART ermöglichte mit ihrer grosszügigen Unterstützung u.a. auch die Publikation des Ausstellungskatalogs.
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Die neu gewählte Kuratorin Gegenwart Kathleen Bühler thematisiert in ihrer ersten Ausstellung > Ego Documents. Das Autobiografische in der Gegenwartskunst im Kunstmuseum Bern Modi der Selbstdarstellung und Selbstfindung in der Gegenwartskunst. Gezeigt werden sowohl Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Bern als auch aus weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen, sowie eigens für die Ausstellung hergestellte Arbeiten von jungen Schweizer und internationalen Künstler/innen.
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> Tracey Emin. 20 Years (19. März 2009 - 21. Juni 2009): Tracey Emin (*1963) gehört zu den international erfolgreichen britischen Künstlern der Gegenwart. Das Kunstmuseum Bern zeigte Emins erste Einzelausstellung in der Schweiz.
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Die Ausstellung Mahjong (2005) und der Wunsch nach einem künstlerischen Austausch mit China standen am Anfang eines Stipendiaten-Programms, dass von der Stiftung GegenwART und ihrem Mäzen Dr. h.c. Hansjörg Wyss initiert und finanziert wurde. Die Gruppenausstellung > Made in China präsentierte die Früchte dieser Stipendien.
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Artists-in-Residence- Projekte
Ein Stipendium der Stiftung GegenwART stellte in Peking in den Jahren 2006 und 2007 für jeweils zwei Berner oder Schweizer Künstler/innen eine Atelierwohnung zur Verfügung. Die Aufenthaltsdauer betrug 6 Monate. Damit baute das Kunstmuseum Bern seine mit der Ausstellung> "Mahjong" initiierten China-Verbindungen weiter aus. Die Arbeiten der Stipendiaten werden Ende 2009 in einer Ausstellung im Kunstmuseum Bern gezeigt. Das Projekt musste infolge veränderter Verhältnisse vor Ort leider bis auf weiteres eingestellt werden.
Ferner stellt die Stiftung GegenwART in Bern eine Atelierwohnung zur Verfügung, um Künstler/innen aus der ganzen Welt die Gelegenheit zu geben, projektbezogen für eine Ausstellung im Kunstmuseum Bern zu arbeiten. Die Aufenthaltsdauer beträgt mindestens 1 Monat und höchstens 6 Monate.
Werkankäufe (Auswahl)
Serge Spitzer (*1951)
Global Culture, 2004 - 2006
Die Stiftung GegenwART ermöglichte den Erwerb einer Arbeit des amerikanischen Künstlers Serge Spitzer, von dem das Kunstmuseum Bern schon Zeichnungen aus dem Jahr 1983 sowie eine Installation, die im Expo.02-Pavillon der Nationalbank präsentiert wurde, besitzt.
Das Werk besteht aus einem robotergesteuerten Tisch, der sich in alle Richtungen neigen kann, um einen ledernen Fussball am Herunterrollen zu hindern. Der Tisch ist mit Sensoren und einem Robotiksystem ausgestattet, das einerseits auf Immobilität und andererseits auf allzu grosse Beschleunigung reagiert - es hat die Aufgabe, alles im Fluss und im Gleichgewicht zu halten. Das Werk existiert in einer Dreierauflage. Jedes Exemplar ist klar durch eine spezifische Farbe gekennzeichnet. Serge Spitzer hat drei Tischblätter produziert in den Grundfarben Gelb, Blau und Rot. Jeder Tisch - so auch der Berner in Gelb - funktioniert wie eine autonome Skulptur; er kann gedanklich aber auch mit den beiden anderen des Trios in Beziehung gebracht werden, die irgendwo auf der Welt in einer ganz anderen Zufallschoreographie mit ihrem Ball jonglieren. Global Culture ist ein mehrschichtiges Werk. Es beschäftigt sich mit Parametern der klassischen Skulptur (Sockel-Figur-Beziehung, nur bewegen sich bei Spitzer die Figur und der Sockel), der geometrischen Formensprache (Beziehung zwischen einer Kugel und einem Rechteck) und den Grundlagen der Malerei (die drei Grundfarben bilden drei horizontale monochrome Bilder). Pluralität ist ein integraler Bestandteil dieser Arbeit: Es geht - wie in allen Systemen - um die Beziehungen zwischen dem Einzelnen und dem Ganzen. Das Objekt "Fussball" bringt ein spielerisch-ironisches Element hinein: Fussball ist auf der ganzen Welt verbreitet; Sport und Spiel verbinden sich mit den genannten ästhetischen Universalien. Global Culture gelingt es, Kunst und Alltag miteinander zu versöhnen und eine "Globalität" der Kultur zu postulieren.
Claes Oldenburg (*1929)
Placid Civic Monument, 1967
Die Konzeptkunst amerikanischer Künstler der 1960er und 1970er Jahre drehte sich oft um existenzielle Fragen und ganz spezifisch den Tod. 1967 liess Claes Oldenburg hinter dem Metropolitan Museum im Central Park in New York von professionellen Totengräbern eine 180 cm lange und tiefe und 90 cm breite Grube ausheben und alsdann gleich wieder auffüllen. Die unterirdische Event-Skulptur hiess Placid Civic Monument. Der Fotograf Fred Mc Darrah war der Einzige, der die Performance festhielt. Die Stiftung GegenwART hat 2007 die Serie von 10 s/w-Fotografien für das Kunstmuseum Bern und insbesondere für die Ausstellung Six Feet Under erworben.
George Steinmann (*1950)
Ruumi Naasmine / Die Rückkehr des Raumes, 2001 - 2005
Der in Bern wohnhafte Künstler George Steinmann (*1950) besuchte 1992 erstmals die Kunsthalle der estnischen Hauptstadt Tallinn. Der Bau aus den dreissiger Jahren wurde 1944 durch Bombardierungen zerstört und von der sowjetischen Besatzung in verfallenem Zustand belassen. Trotzdem wurde die Kunsthalle weiterhin als Ausstellungsort benutzt, obschon sie erst durch Steinmanns Renovationsprojekt Die Rückkehr des Raumes ihren Ruf als wichtigstes Ausstellungsforum Estlands wieder zurückgewinnen konnte. In diesem Zusammenhang entstand eine Gruppe von Papierarbeiten, wovon das Kunstmuseum Bern bereits im Jahr 2000 einen Teil ankaufen konnte. Grundlage für diese Zeichnungen waren Grundriss- und Konstruktionspläne sowie Diagramme der Lichtmessungen, die der Künstler mit speziellen Techniken überarbeitet hat. Schwerpunkt des zweiten Teils, den die Stiftung GegenwART erwerben konnte sind s/w-Fotografien, die die Veränderungen des Kunstraumes festhalten sowie eine Auswahl von Steinmanns Korrespondenz mit offiziellen Stellen, Institutionen und Ämtern. Diese dokumentieren den Prozess seiner Arbeit und verweisen gleichzeitig auf eine weitere Ebene von politischen, historischen und sozialen Systemen.
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